Home |  Partner |  Kontakt |  Impressum  

Hawaii

Flagge von Hawaii Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und der Name des 50. Bundesstaates der Vereinigten Staaten von Amerika. Bekannt ist Hawaii auch unter dem Namen "Aloha State" (Aloha-Staat).

Hawaii liegt ungefähr 4.000 km vom amerikanischen Festland entfernt und setzt sich aus 137 Inseln mit einer Gesamtfläche von 16.634 km2 zusammen. Die acht größten Inseln sind:
  • Hawaii - 10.450 km2
  • Maui - 1.883 km2
  • Oahu - 1.557 km2
  • Kauai - 1.433 km2
  • Molokai - 676 km2
  • Lanai - 364 km2
  • Niihau - 178 km2
  • Kahoolawe - 117 km2

Geschichte von Hawaii

Die Polynesier
Die Entdecker und somit auch ersten Bewohner Hawaii`s waren die Polynesier. Sie entdeckten Hawaii 500 n. Chr. und begannen sogleich mit der Besiedlung. Die polynesische Gesellschaft wurde von den ali`i , Abkömmlinge einer religiös begründeten Adelsklasse, regiert. Diese wurden als Götter verehrt und hatten alle Macht in ihren Händen: Sie konnten kapus (Tabus) verhängen , oftmals drastische Strafen die ein ganzes Leben lang galten. Somit ist es leicht ersichtlich, dass es in der Südsee nicht so harmonisch zuging wie es die Europäer im 18. Jahrhundert vermuteten. Menschenopfer, blutige Kriege und die Auslöschung ganzer Stämme gehörten zur Tagesordnung.

Ankunft der Europäer
Diese Umstände änderten sich grundlegend im 18. Jahrhundert mit der Ankunft der Europäer: Captain Cook ermöglichte 1778 mit seiner Ankunft die Anbindung an die westliche Welt, was einen Zusammenprall zweier komplett verschiedener Welten mit sich führte. Den primitiven Waffen der Eingeborenen (Speere aus Holz, Bögen oder einfache Stöcke) standen die Gewehre der Europäer gegenüber.

Kamehameha I
Kamehameha I Doch das Blatt wendete sich: Später gelang es dem König Kamehameha I. alle Inseln zu beherrschen. Er hatte auf seinen Feldzügen ein Ass im Ärmel: Zwei Engländer, die seine Schlacht 1790 gegen Maui mit zwei Kanonen, die sie an Schiffen montierten, unterstützen. Auf die gleiche Weise eroberte Kamehameha I. die Insel O `ahu .

Kamehameha I. war ein weiser König und so gelang es ihm die Inseln untereinander vollkommen zu befrieden. Doch bald erkannte er die immense Wichtigkeit der Handelsbeziehungen, die unverzichtbar für die Expandierung und Weiterentwicklung seines Reiches waren. Somit wurden bald Meersalz aber auch Sandelholz exportiert, was zu einer enormer Abholzung führte, der Bestand war binnen weniger Jahre zerstört. König Kamehameha I. starb im Mai 1819 nach einer ruhmvollen Karriere.

Kamehameha II
Kamehameha II Nach dem Tod Kamehameha`s trat sein Sohn Lio Lio, alias Kamehameha II, die Herrschaft an. Doch er war lange nicht so geschickt das Land zu führen und zu leiten wie sein Vater, zudem war er ein bekannter Alkoholiker. Gerade in dieser Zeit, in der Hawaii den Aufschwungsweg zur Zivilisation genommen hatte, hätte ein tatkräftiger sowie erfahrener Mann an der Spitze der Regierung nicht fehlen dürfen. Hawaii war nun mittlerweile zu einer idealen Versorgungsbasis für die Handels- und Walfangschiffe mutiert. An diesem paradiesischen Ort konnten die, von den harten Überfahrten gekennzeichneten, Seefahrer ihre Schiffe reparieren, Nahrungsmittel, Trinkwasser und hawaiianische Früchte mit an Bord nehmen. Außerdem war es ihnen möglich, Hawaii mit all seinen südländischen Spezialitäten, Annehmlichkeiten und Vorzügen zu genießen.

Zunächst waren die Einheimischen von den "weißen Fremden" beeindruckt, doch der häufige Kontakt mit den Seemannsleuten brachte den Bewohnern Hawaiis nur Schlechtes. Das Schiffsvolk brachte Geschlechtskrankheiten aber auch viele in Europa absolut harmlose Krankheiten mit, die sich zu tödlichen Epidemien auf der Inseln entfalten konnten, da die Hawaiianer keiner Abwehrkräfte gegen diese Krankheiten hatten.

Doch das war noch lange nicht alles, was die Europäern importierten. Sie brachten Alkohol und das Glücksspiel mit sich, was dazu führte, dass ein Großteil der Bevölkerung der Spiel - und er Alkoholsucht verfiel. Der schwache, junge und unerfahrene König Kamehameha II hatte zu wenig Ansehen um den Ton angeben zu können. So übernahmen dies die rauen Seemänner.

Missionierung
Die ersten 14 Missionare aus Neuengland mit deren Familien kamen am 4. April 1820 auf den Inseln an. Sie waren entsetzt über den unzivilisierten Anblick, den die halbnackten Eingeborenen ihnen boten. Ein Anblick geprägt von " Mangel, Entwürdigung und Barbarei", so die Missionare selbst. Doch die Missionare fanden nicht nur schlechtes auf den Inseln vor. Der junge König und die Königin Ka`amuhanu hatten die brutalen alten Riten abgeschafft und demonstrativ einige Tabus gebrochen. Mit den Missionaren lernten die Hawaiianer zum ersten Mal Menschen kennen, die scheinbar nichts aber auch rein gar nichts Böses im Schilde führten und deren allergrößtes Anliegen das Wohl der Hawaiianer war. Die Missionare waren aus heutigen Aspekten betrachtet natürlich intolerant, doch wenn Hand angelegt werden musste, waren sie stets zur Stelle. Sie lernten die hawaiianische Sprache, eine zu dem Zeitpunkt nur gesprochene Sprache, sehr schnell, erstellen ein Schriftbild davon und druckten Bücher. Zudem bauten sie etlichen Schulen in denen die Insulaner begierig "pala pala", die Kunst des Lesens und Schreibens lernten. So waren innerhalb von nur elf Jahren circa 50 000 Insulaner unterrichtet worden. Durch die Taten der ersten Missionarsfamilien beeindruckt, nahmen auch viele Hawaiianer das Christentum als Religion an.

Kamehameha II und seine Frau unternahmen 1823 eine Reise nach London. Der König hatte die Absicht, England um Schutz für sein Inselreich zu bitten. Kamehameha II und seine Frau erkrankten jedoch an den Masern und starben im Juli 1824 binnen weniger Tage. George IV. beauftragte Lord Byron die Särge mit den einbalsamierten Leichnamen und dessen Gefolge mit einem Schiff nach Hawaii zu bringen. Bryon hatte die Vollmacht, den von Kamehameha II geforderten Wunsch nach Schutz zu gewähren. Somit beschützte England nun Hawaii von außen, mischte sich aber nicht in die innenpolitischen Angelegenheiten Hawaii`s ein. Aus dieser Zeit stammt der Union Jack auf der Flagge von Hawaii. Mit dem Tod von Kamehameha II konnte nun niemand mehr die Missionare daran hindern, ihre engstirnigen Ansichten von Sitte durchzusetzen.

Sie verboten den "heidnischen Hula", das Tanzen, Surfen, Feiern sowie Spielen am Sonntag und die althergebrachte Kleidung sollte "anständiger" europäischer Kleidung weichen. Der offizielle Nachfolger von Kamehameha II war dessen erst zehn jähriger Sohn. Für ihn regierte die geschickte sowie weise Witwe Kamehameha`s II, Kaàhumanu zusammen mit dem Premierminister Kalanimoku. Kamehameha III sah gleichgültig zu wie seine Halbschwester und eine Gruppe von Geschäftsleuten und Missionaren die Macht übernommen hatten.

Wirtschaftliche Entwicklung
Es war kein Handel mehr mit Sandlholz möglich, da der komplette Bestand abgeholzt war. Doch die Walfangschiffe die zahlreich jeden Monat auf Hawaii anlegten und deren Mannschaften Schiffsbedarf sowie Nahrungsmittel benötigten, boten eine lukrative Geldquelle. Doch der Geldsegen neigte sich um Mitte des 19. Jahrhunderts dem Ende zu. Der Walbestand war durch die rücksichtslose Jagd so geschrumpft, dass fast keine Wale mehr gefangen werden konnten. Zu dieser Zeit wurde zudem Petroleum erfunden, was ein viel besseres Lampenöl als Walfischtran war.

Zuckeranbau
Zu diesem Zeitpunkt begann die Wirtschaft Hawaiis sich auf einen Landwirtschaftssektor mit einem riesigen Absatzmarkt zu stützen: Den Zuckeranbau. Doch aller Anfang war schwer. Weiße Siedler legten Plantagen an, es fehlten ihnen aber oftmals Arbeitskräfte, denn die Einheimischen waren die anstrengende Arbeit auf den Plantagen nicht gewohnt und zogen es, oftmals wegen der geringen Bezahlung, vor, selbst kleinere Felder zu bewirtschaften.

Im Jahre 1852 trafen 293 Chinesen auf Hawaii ein. Diese waren ganz begierig auf die "Fünfjahresverträge" und auf die Arbeit auf dem Feld, die meisten von ihnen blieben ihr Leben lang auf Hawaii. Portugiesen, Japaner,Koreaner und viele mehr kamen nach und nach auf die Inseln und sind bis heute Bestandteil der bemerkenswert friedlich zusammenlebenden multikulturellen Gesellschaft auf Hawaii. Dass es noch nie zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Völkergruppen gab, ist darauf zurückzuführen, dass keine der einzelnen Gruppe einen bedeutend großen Prozentsatz der Gesellschaft ausmacht.

Kamehameha IV. war ein luxusgieriger dem Alkohol verfallener Mann, der absolut nicht im Stande war sein Volk zu führen. Deswegen fürchteten die Besitzer der riesigen Zuckerfelder, dass er ihnen willkürlich die so großzügig verteilten Landrechte abnehmen könnte. Der König starb 1863 an den Folgen eines Asthmaanfalls und hinterließ keinen Nachfolger. Nun übernahm sein Bruder die Regentschaft mit größter Willenskraft. Bald ersetzte er die Verfassung von 1852 durch eine neue, die dem Königtum mehr Macht als der Legislative zusprach.

Während seiner Regierung gab es keine größeren Krisen, Hawaii konnte aufatmen. Der riesige Ansturm von Arbeitern wegen der Zuckerindustrie wurde geregelt, indem Einwanderungsbüros eingerichtet wurden, zudem ließ Kamehameha IV. zahlreiche öffentliche Gebäude erbauen. Er starb am 11. Dezember ohne einen Nachfolger zu hinterlassen.

Doch in der neuen Verfassung war nun vermerkt, dass die Einwohner dazu berechtigt waren, einen Aliì-Hawaiianer zum König zu wählen. Der äußert beliebte Prinz WIlliam alias "Prince Bill" wurde zum König gekürt. Er starb nur ein Jahr später, doch während seiner Regentschaft traf er eine wichtige Entscheidung: Er überließ den Amerikanern die Nutzung der Pearl River Lagoon, der spätere Hafen namens Pearl Harbor.

Nach dem Tod Prinz Williams wurde David Kalakaua König, obgleich es einen gewaltsamen Aufstand der Hawaiianer gab. Dessen Regierungszeit war geprägt von prunkvollen Festen, dem Wiederaufleben der hawaiianischen Kultur, aber auch der Verstärkung der Abhängigkeit zu den USA.

Er war der erste Monarch der um die gesamte Welt reiste. Doch der verschwenderische Lebensstil des Königs gefiel den Geschäftsleuten und Plantagenbesitzern ganz und gar nicht. Sie forderten immer vehementer eine Anbindung an die USA. Kalakaua wurde 1887 gezwungen eine Verfassung zu unterschreiben, mit der seine Macht auf den Nullpunkt sank und er nun nur noch eine reine Representationsfigur war. Er reiste aus "gesundheitlichen Gründen" 1890 nach Kalifornien, wo er ein Jahr später starb.

Die Macht lag nun in den Händen seiner Schwester Lili`uokalani, die bereis während der vielen Reisen des verstorbenen Königs regiert hatte. Sie hatte Talent und die nötige Weisheit um ein Volk zu regieren, jedoch gelang es ihr nicht, Hawaii wieder mehr Unabhängigkeit seitens den USA zu sichern. Sie wurde 1893 von der Gruppe "Annextion Club", deren größten Ziel die Anbindung an die USA war, zur Abdankung gezwungen. Sie ernannten Sanford B. Dole zum provisorischen Regenten, Hawaii wurde zu amerikanischen Territorium.

Die Einheimischen die eine Anbindung an die USA verhindern wollten, sahen ihre letzte Hoffung in der jungen Prinzessin Kaiùlani, diese starb jedoch schon im Alter von 24 Jahren.

Über ein halbes Jahrhundert später stimmen die Einheimischen Hawaiis in einem Plebiszit mit überragender Mehrheit für einen Beitritt Hawaii`s zu den USA. Der Tag des Beitritts, der 21. August 1959, steht bis heute als "Admission Day" in den hawaiianischen Kalendern.